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Herzlichkeit und Höhenluft




Bergsteigen in Iran




Neben der reichen Kultur und Geschichte Irans hat das Land besonders für Höhenliebhaber viel zu bieten: Iran ist durchzogen von Hochgebirgen wie dem Elburs- im Norden oder dem Zagros-Gebirge im Westen. In den Wintermonaten tummeln sich an den Abhängen des Elburs Skifahrer, in den Sommermonaten sind Scharen von Iranerinnen und Iranern zu Fuß auf den höchsten Gipfeln des Landes unterwegs. Mit seiner faszinierenden Bergwelt eignet sich Iran ideal zum Bergsteigen - So hat selbst die Metropole Teheran einen eigenen „Hausberg“: den Tochal kann man ganz bequem auf Wanderwegen von der Stadt aus erreichen und mit einer zweitägigen Bergtour den über 4000 Meter hoch gelegenen Gipfel erklimmen. Mit einer Höhe von 5672 Metern ist der höchste Berg des Landes allerdings ein freistehender Vulkan: Der sagenumwobene Damavand liegt nördlich von Teheran in der Provinz Mazandaran. Nachfolgend stellen wir Ihnen die drei höchsten Gipfel des Landes vor und haben dazu die wichtigsten Tipps für Ihre Bergtour in Iran gesammelt.

Damavand


Der Damavand ist ein ruhender Vulkan und mit einer Höhe von 5672 Metern und gleichzeitig der höchste Berg Irans und Westasiens. Er ist international beliebt bei Bergsteigern, Wanderern, Skifahrern, Paraglidern und Mountainbikern. Sein Name setzt sich aus den Wörtern Dam und Avand zusammen, was so viel bedeutet wie Rauch und Nebel, und ist auf sein vulkanisches, schwefelspuckendes Dasein zurückzuführen. Der Damavand ist Teil des Elburs-Gebirges, welches wiederum Teil der Nord-Gebirgskette Irans ist, die das Kaspische Meer von Süden her abgrenzt und somit auch als eine Art natürliche Wetterwand funktioniert.

Es gibt rund 16 verschiedene Routen, um den Gipfel des Damavand zu erklimmen, alle mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und je nach Jahreszeit und persönlichen Vorlieben geeignet. Am populärsten sind die sogenannte Südroute und die Nordostroute. Die einfachere und am meisten bewanderte Route ist die Südroute, über die man am besten bis Ende Juli den Gipfel erreichen kann. Der Startpunkt für die Bergerklimmung hängt von der Wahl der Route ab, grundsätzlich liegt der Damavand in der Provinz Mazandaran, etwa 2 Stunden mit dem Auto von Teheran entfernt. Die Südroute Die Südroute auf den Damavand ist der einfachste und gleichzeitig beliebteste Weg, um den Berg zu besteigen. Um zu dieser Route zu gelangen, fahren Bergsteiger zunächst in das Dorf Polour, das am südlichen Fuß auf einer Höhe von 2300 Metern liegt und per PKW über Autobahn und Landstraße zu erreichen ist. In Polour befindet sich eine Herberge des iranischen Bergsteigerverbandes, von der man in der Regel am nächsten Morgen mit einem Jeep 800 Meter bergaufwärts bis zum Dorf Gosfandsara fährt. Dort angekommen, erhält man die Besteigungslizenz, das Gepäck wird auf Maultiere umgeladen und der Aufstieg beginnt. Nach einem in der Regel vierstündigen Aufstieg erreicht man das Camp „Bargahe Sevvom“ auf 4200 Metern, in dem die Nacht verbracht wird. Hier haben Sie die Möglichkeit, in der Hütte, in einem Eco-Camp oder im eigenem Zelt zu übernachten - in der Hütte sowie im ECO Camp gibt es warme Speisen und Getränke. Je nach Wetterlage beginnt am nächsten Tag frühmorgens der Gipfelzug, durchschnittlich trainierte und höhenerprobte Bergsteiger, benötigen hierfür etwa 6-7 Stunden. Ein anschließend gänzlicher Abstieg ist je nach Uhrzeit grundsätzlich möglich, es empfiehlt sich jedoch, noch eine weitere Nacht im Basiscamp zu verbringen.


Die Nordostroute Um über die Nordost-Seite aufsteigen zu können, müssen Begrsteiger mit dem PKW in das Dorf Nandal anreisen. Auch hier gibt es eine Bergsteiger-Herberge, die mit Schlafsälen und Hochbetten ausgestattet ist. Eine Küche ist ebenfalls vorhanden, jedoch sollten Sie Proviant im Vorhinein besorgen und mitnehmen, da die Auswahl an Supermärkten begrenzt ist und auch vor Ort keine Speisen verkauft werden.  Am nächsten Morgen geht es mit Jeeps weiter bergaufwärts Richtung Gardanehsar, wo der Aufstieg beginnt. Nach einer ca. 6 stündigen Wanderung wird das Camp „Takhte Fereydun“ erreicht, welches auf einer Höhe von 4400 Metern liegt. Da die Hütte vor Ort jedoch über keine Betten verfügt, ist die Mitnahme eines Schlafsacks obligatorisch. In der Hauptsaison sollten Sie auf Platzmangel eingestellt sein und in Betracht ziehen, ein eigenes Zelt mitzunehmen. Reservierungen für die Hütte sind leider nicht möglich. Nach einer Nacht im Basis-Camp erfolgt, sofern wetterbedingt möglich, der Gipfelzug, für den trainierte BergsteigerInnen in der Regel 6-7 Stunden benötigen. Der Pfad über die Nordost-Route ist technisch etwas anspruchsvoller als der Weg über die Südseite, Kletterausrüstung ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Alam Kuh


Der Alam Kuh ist der zweithöchste Berg Irans und ebenfalls Teil des Elburs-Gebirges in der Provinz Mazandaran. Diese Bergregion wird „Takht-e Suleiman“ genannt und umfasst mehrere Gipfel über 4000 Höhenmeter. Da der Alam Kuh durch seine technischen Herausforderungen hervorsticht, wird er bei iranischen Bergsteigern und Kletterern auch oft als „K2 des Irans“ bezeichnet. Bei diesem Berg schlagen also nicht nur Bergsteiger-Herzen höher, mit seiner anspruchsvollen Wand im Alam Chal Gebiet kommen auch Kletterer auf ihre Kosten. Wenn Sie einen ganzen Bergsteiger-Urlaub planen, können Sie zum Beispiel zunächst den Alam Kuh zur Akklimatisierung bezwingen und nach ein paar Tagen Erholungsurlaub an den Stränden des Kaspischen Meeres die Damavand Besteigung wagen.

Um von Teheran aus zum Alam Kuh zu gelangen, muss man zunächst mit dem Auto über die Chalous- Road Richtung Kerdasht fahren und von dort aus entweder nach Rudbarak oder Vandarbon, je nachdem für welche Route Sie sich entscheiden; die beiden populärsten sind auf der Nordseite über „Alamchal“ und auf der Südseite „Hesarchal“. Jeder der beiden Wege besticht durch seine eigene Schönheit und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Alamchal Berühmt berüchtigt ist der Alam Kuh für seine Besteigung über die Alamchal-Route, die über eine große Wand führt, und insgesamt technisch um einiges anspruchsvoller ist. Für eine Besteigung über die Nordseite beginnt der Trekking-Kurs bereits ab Vandarbon und führt zunächst nach Sarchal, wo sich eine Hütte für die Übernachtung befindet. Am nächsten Tag geht es auf einer etwa vierstündigen Wanderung weiter bis Alamchal, wo das Camp für die Nacht aufgeschlagen wird. Von hier aus hat man noch einmal die Wahl, welche Route man über die Alam Kuh-Mauer nehmen möchte; für Kletterer mit Ausrüstung gibt es den direkten Weg über die Wand, oder für Wanderer einen der steinigen Pfade daran vorbei. Nicht für alle Routen ist ein Gepäcktransport mit Mulis möglich. Vor Ihnen wird sich bei der Besteigung des Alam Kuhs einer der schönsten Panorama-Blicke eröffnen, die Sie in Iran zu Gesicht bekommen können, so ist der der Alam Kuh nicht nur der zweithöchste, sondern vielleicht auch der schönste und vielseitigste Berg für eine Besteigung in Iran. Ob Bergsteigen, Wandern oder Klettern, dieser Berg hat für jeden Höhenliebhaber etwas zu bieten.










Hesarchal Hesarchal, die technisch einfachere Route der beiden Gipfelwege, startet in  Vandarbon. Von dort aus fährt man mit einem Geländefahrzeug bis Tangeh Galoo auf eine Höhe von 3200 Metern. Dort wird das Gepäck auf Mulis umgeladen und der Aufstieg beginnt. Nach 2-3 Stunden erreichen Sie dann Hesarchal, eine große Lichtung, auf der die Bergsteiger ihr Camp für die Nacht aufschlagen. Zur Akklimatisierung empfiehlt es sich, anschließend einen der umliegenden Gipfel mit einer Höhe von etwa 400 Metern zu besteigen. Nach einer Nacht im Camp kann es am nächsten Tag zum Gipfelzug auf den Alam Kuh gehen, welcher etwa 5-6 Stunden in Anspruch nimmt. Der Abstieg ist binnen eines Tages möglich, wobei sich eine Erholungspause am Camp lohnt.

Sabalan

Der Sabalan, mit 4811 Metern der dritthöchste Berg Irans, liegt in der aserbaidschanischen Provinz Ardabil im Nordwesten des Landes und ist ebenfalls Teil des Elburs-Gebirges. Der Sabalan hat durch die zoroastrischen Mythen, die sich um ihn winden, eine besondere Bedeutung für die IranerInnen, so sehr, dass BergsteigerInnen, die den Gipfel bezwungen haben, sogar als Pilger angesehen werden. Aus dem Azeri übersetzt bedeutet „Sabalan“ so viel wie „der Ort, an dem das Wasser fließt“.Und dieser Name ist Programm: Neben zahlreichen thermischen Bergquellen entlang des Aufstiegs, erreichen Sie am Gipfel einen Kratersee für den der Berg neben seinem ikonischen adlerförmigen Felsen bekannt ist.
Wer den Sabalan besteigen möchte, sollte dies am besten in der Zeit zwischen Juni und September tun. Für eine Besteigung gibt es auch hier zwei bekannte Routen, die sich im Schwierigkeitsgrad unterscheiden: Der Weg über die Nordost-Seite ist der mehrbegangene und einfachere der beiden, wobei über die West-Seite Kletterer-Herzen höherschlagen werden. Unabhängig davon, für welche Route Sie sich entscheiden, müssen Sie zunächst von Meshginshahr aus in das Dorf Shabil gelangen. Von hier aus geht es mit einem Geländewagen etwa 45 Minuten bergauf bis nach Hosseinieh auf 3700 Metern, wo Bergsteiger ihr Nachtlager aufschlagen. Eine Hütte ist vorhanden, doch aufgrund des begrenzten Platzes sollte während der Hochsaison zur Sicherheit ein eigenes Zelt mitgebracht werden. GipfelstürmerInnen sollten am nächsten Morgen früh den Aufstieg über die 1100 Höhenmeter beginnen, welcher im Durchschnitt 4-5 Stunden für erprobte BergsteigerInnen in Anspruch nimmt. Auch wenn Sie keine Gipfelambitionen hegen, können Sie hier einzigartige Wandertouren unternehmen: Im Sommer können Sie etwa entlang der Pfade der Shahsavan-Nomaden neue Kulturen entdecken.

Reise- und Routenplanung

Für GipfelstürmerInnen lohnt es sich bei der Planung der Reise nach Iran vor allem den Norden und Nordwesten des Landes, also die Region um das Elburs Gebirge in Augenschein zu nehmen. Dort finden Sie neben den drei höchsten Bergen Damavand, Alam Kuh und Sabalan unzählige Gipfel verschiedener Schwierigkeitsgrade, die wenigsten unter einer Höhe von 4000 Metern. Als besten Startpunkt für Ihre Wanderreise in Iran bietet sich tatsächlich die Hauptstadt Teheran an, von wo aus Sie mit Auto oder Shuttle bequem die Provinz Mazandaran und somit die Startpunkte für unzählige Routen, erreichen können. Den Berg Sabalan und den umliegenden westlichen Teil des Elburs-Gebirges erreichen Sie am besten von Ardabil aus; hier könnten Sie bequem nach Tabriz fliegen, und von dort mit Bus Bahn oder Auto nach Ardabil weiterreisen. Touren in dieser Region, eignen sich nicht nur im Sommer um der Hitze Zentralirans zu entfliehen, sondern auch vor allem zur kalten Jahreszeit für Winterbesteigungen und Skiabfahrten. Für alle Berg- und Wandertouren empfehlen wir einen lokalen Bergführer zu buchen. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern in Iran zusammen, mit denen wir Ihnen jederzeit individuell auf Sie passende Touren, BergführerInnen, Transfers und sogar Ausrüstung zur Verfügung stellen können.

Genehmigungen

Für den Damavand und in der Hauptsaison auch für die Besteigung des Alam Kuhs, benötigen Sie eine Genehmigung, welche Sie in der Regel am Startpunt des Trekkingpfades, gegen ein Entgelt von 50-60 € erhalten. Wenn Sie eine Tour mit BergführerIn buchen, ist die Genehmigung meistens bereits im Paketpreis enthalten.

Unterkunft & Ausrüstung

Aufgrund der Höhe des Elburs-Gebirges, müssen Sie für die meisten Gipfelzüge mindestens eine Übernachtung auf dem Berg selbst einplanen. Zum Großteil befinden sich dafür auf einer bestimmten Höhe extra dafür designierte Campinggelegenheiten. Oftmals gibt es sogar eine Hütte mit überdachter Übernachtungsmöglichkeit, da diese jedoch zur Hochsaison oft ausgelastet und nicht reservierbar sind, empfiehlt es sich auf jeden Fall Zelt und Schlafsack mitzuführen. Auf den Bergen Damavand und Alam Kuh, gibt es Eco-Camps, in denen Sie mit Zelt, warmer Mahlzeit, Frühstück, Snacks und Getränke, versorgt werden und welche im Vorhinein buchbar sind. Obligatorisch für einen Aufstieg sind selbstverständlich geeignetes Schuhwerk und Kleidung. Beachten Sie, dass Sie bei Höhenwanderungen und Bergbesteigungen dringend robuste Wanderstiefel benötigen und gegenüber Trekkingschuhen bevorzugen sollten. Aufgrund des Gerölls von Kalk- und zum Teil Schwefelstein, sollten Ihre Schuhe nicht nur über ausreichend Profil verfügen, sondern sich ebenfalls als resistent erweisen. Führen Sie unabhängig von der Jahreszeit ausreichend warme und wetterfeste Kleidung mit – nicht nur kann es zu schnellen Wetterwechseln und Niederschlägen kommen, auf höheren Ebenen ist mit konstant kalten Temperaturen, starken Windböen und Schnee zu rechnen.
Spezielle Ausrüstung wie Steigeisen, Sicherungsseile und ähnliches müssen auf einfachen Routen zur regulären Saison nicht mitgeführt werden. Sollten Sie jedoch die Herausforderung suchen und eine anspruchsvollere Route bevorzugen, eine Winterbesteigung oder sogar Klettertour planen, besprechen wir gerne in Kontakt mit unser Partneragentur, welches Equipment Sie benötigen und gegebene Ausleihmöglichkeiten vor Ort. Falls Sie noch spontan letzte Ausrüstungs- oder Bekleidungseinkäufe vor Ort unternehmen müssen, suchen Sie am besten die Vali Asr Einkaufsstraße in Teheran auf, dort finden Sie im Straßenabschnitt „Monirieh“ diverse Sport-, Berg- und Kletterausrüstungsgeschäfte. Für jede anspruchsvolle oder mehrtägige Bergtour sollte eine gewisse Grundausstattung an Erste Hilfe-Kit, Rettungsdecke, Taschenmesser, UV-Schutz und natürlich ausreichend Wasser und Proviant vorhanden sein. Sollten Sie nicht höhenerprobt oder anfällig für Höhenkrankheit und damit einhergehende Erscheinungen sein, empfiehlt es sich ebenfalls eine kleine Not-Sauerstoffflasche mitzunehmen. Erkundigen Sie sich in diesem Fall im Vorfeld bei Ihrem Bergführer, meist führen diese von Vornherein 1-2 Flaschen mit.
Wenn Sie in Iran Bergsteigen möchten, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.



Alam Kuh
Aufstieg auf den Alm Kuh
Besteigung des Alam Kuh
Mulis auf dem Alam Kuh
Auf dem Gipfel des des Alam Kuh
Gilan
Alam Kuh
Alam Kuh © Homa Reisen
Aufstieg auf den Alm Kuh © Homa Reisen
Besteigung des Alam Kuh © Homa Reisen
Mulis auf dem Alam Kuh © Homa Reisen
Auf dem Gipfel des des Alam Kuh © Homa Reisen
Gilan © Homa Reisen
Alam Kuh © Homa Reisen