Mehdi Pahnavar, der Mann fürs Sportliche bei Homa Reisen, ist zum Trainer des deutschen Paraclimbing-Nationalkaders berufen worden. Wir gratulieren ihm ganz herzlich!

Nach Stationen als Aktiver in der iranischen Sportkletternationalmannschaft und im deutschen Paraclimbingnationalkader ist dies ein weiterer Erfolg auf Mehdis sportlichem Weg.

In seiner neuen Funktion hat er Anfang Juli den Nationalkader zum Paraclimbing World Cup in Villars in der französischsprachigen Schweiz begleitet und gleich die ersten guten Ergebnisse eingefahren: Die deutsche Delegation kehrte mit drei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille heim.

Wir haben mit Mehdi über seinen sportlichen Werdegang, seinen neuen Job und übers Paraclimbing allgemein gesprochen

Interview mit Mehdi Pahnavar

Lesezeit: ca. 7 Minuten

Homa Reisen: Salaam Mehdi, Paraclimbing – was ist das überhaupt?

Mehdi Pahnavar: Paraclimbing oder Paraklettern ist Sportklettern für Menschen mit Behinderung. Wie in anderen Parasportarten werden die Sportlerinnen und Sportler nach bestimmten Kriterien in Kategorien eingeteilt. Zum Beispiel gibt es Kategorien für Menschen mit Sehbehinderung, Menschen mit Amputationen oder Fehlbildungen von Gliedmaßen und Menschen, die sonst irgendwie in Ihren Bewegungen eingeschränkt sind.

Wie bist du zum Paraclimbing gekommen?

Ich war Mitglied des iranischen Nationalkaders der Sportkletterer. 2014 sind wir zu einem Wettbewerb im Eisklettern in die französischen Alpen gereist. Dort bin ich beim Versuch, die nächste Sicherung einzuhängen, abgerutscht und von der Wand gefallen. Leider hatte mein Partner das Sicherungsseil nicht stramm genug gezogen, sodass ich sechs Meter in die Tiefe gestürzt bin und mir am Fußgelenk vier Bänder gerissen habe.

Für eine OP vor Ort in Frankreich hatte ich kein Geld. Also bin ich nach dem Unfall noch bis zum Ende des Wettbewerbs beim Team geblieben und später dann in Teheran operiert worden. Was mir von diesem Unfall geblieben ist: Ich kann meinen rechten Fuß nur noch um 15 Grad nach oben und unten bewegen und zur Seite geht gar nichts mehr.

Wie hast du deinen Weg zurück in den Sport gefunden?

Ich habe gekämpft; sowohl mit meinem eigenen Körper als auch mit den Sportfunktionären bei uns im Land. Erst wollte man mich mit meiner Behinderung nicht als Parasportler anerkennen. Schließlich konnte ich mithilfe meiner Atteste aber doch nachweisen, dass ich zum Paraclimbing dazugehöre. Gedankt habe ich es meinem Verband dann mit einem fünften Platz bei der Weltmeisterschaft 2016 in Paris.


Video mit Eindrücken von der IFSC Climbing and Paraclimbing World Championships 2016 in Paris



Wie kam es, dass du vom iranischen zum deutschen Verband gewechselt bist?

Meine Frau, unsere Kinder und ich, wir haben unseren Lebensmittelpunkt schon vor einigen Jahren nach Hamburg verlegt. Schon seit meiner Zeit beim Eiskletterweltcup in Frankreich hatte ich gute Kontakte zu den Sportlerinnen und Sportlern vom Deutschen Alpenverein. Der DAV ist in Deutschland der Dachverband des Sportkletterns. ِDa lag es dann irgendwann nahe, mich dem DAV anzuschließen.

Im DAV war ich zuerst ein einfaches Mitglied. 2019 hat man mich dann in den C-Kader ein Jahr später in den B-Kader berufen. In diese Kader wird berufen, wer besonders gute Leistungen erbringt. Ab dem B-Kader erhält man auch Förderung, also z.B. in Form von Zuschüssen zu den Reisekosten.

Wie hat sich nun der Wechsel vom Aktiven zum Trainer gestaltet?

Es hat kürzlich eine Reform der Kategorien im Paraklettern gegeben. Hintergrund ist, dass unser Weltverband, die International Federation of Sport Climbing (IFSC) versucht, das Paraclimbing bis 2024 olympisch zu machen; und das Internationale Paralympische Komitee fordert, dass es weniger Kategorien gibt. Über die Jahre hatte sich da eine ziemliche Zersplitterung von kleinsten Unterscheidungen herausgebildet. Bei Olympia hätte es sonst getrennte Wettbewerbe für jede einzelne dieser Kategorien geben müssen.

Jetzt wurde das System vereinfacht, was dazu geführt hat, dass 18 ehemalige Medaillengewinner wieder vom Sport ausgeschlossen wurden. Auch für mich persönlich bedeuten die neuen Kriterien, dass ich mit meiner Behinderung durchs Raster falle und nicht mehr als Parakletterer gelte. Da ich dem DAV und dem Paraclimbing-Kader aber sehr verbunden bin, habe ich angeboten, mich als Trainer zu betätigen. Bundestrainer Christoph Reichert, ein langjähriger Weggefährte von mir, hat mich dann angenommen.
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Was sind die Aufgaben eines Nationaltrainers im Paraklettern?

Wir betreuen die Sportlerinnen und Sportler vor, während und nach den Wettkämpfen, analysieren mit ihnen die Routen und geben Tipps. Zwischen zwei Versuchen helfen wir auch bei der Regeneration. Es ist schon sehr anstrengend, kurz nacheinander zwei Wände zu durchsteigen. Da braucht es Massagen, Entspannung und die richtige Stärkung.

Was hast du für Homa Reisen als nächstes im Angebot?

Mit Homa Reisen haben wir drei sportliche Programme im Angebot: Wer das Klettern und das Sichern mit dem Seil von Grund auf lernen will, der kann das mit mir in der DAV-Kletterhalle in Hamburg tun. Wer lieber mit dem Rad unterwegs ist, für den könnte unsere Fahrradtour von Hamburg nach Lübeck etwas sein. Und schließlich gehen wir im Spätsommer noch im Harz wandern.

Vielen Dank, Mehdi, für das Gespräch und alles Gute für deine Arbeit als Nationaltrainer

Für Homa Reisen bietet Mehdi sportliche Ausflüge in Hamburg und Umgebung sowie in ganz Deutschland an. Mit ihm können Sie in der Kletterhalle das Einmaleins des Sportkletterns erlernen, über Land nach Lübeck radeln oder im Harz wandern gehen. Wollen Sie mehr über unseren Mann fürs Sportliche erfahren, folgen Sie einfach dem untenstehenden Link:

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